2. S t a d t e n t w i c k l u n g , B a u e n & U m w e l t

Die städtebauliche Entwicklung Jevers ist immer im Rahmen der zu berücksichtigenden Regionalplanung sowie der Landesraumordnungs- wie Landesentwicklungsprogramme und –plänen zu entwickeln. Daher sind die kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Ziele ausnahmslos im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich und zwar nur für die per Gesetz vorgegebenen Bereiche. Diese sind: Gemeindliche Entwicklungsplanung, Bauleitplanung, Grundzüge der Bodennutzung für ganze Gemeindegebiete in Flächennutzungsplänen (vorbereitende Bauleitplanung) sowie rechtsverbindliche Festsetzungen für die städtebauliche Ordnung in Bebauungsplänen (verbindliche Bauleitplanung).

Was heißt das nun für unsere politische Arbeit? Jever hat eine mittelzentrale Funktion. Diese wollen wir stärken und ausbauen. Darum wird unser Handeln stets daran orientiert sein, alle Standortentscheidungen mit Augenmaß aller Belange, die Jever als Mittelzentrum bietet, zu treffen. Da dieses Augenmaß verlässlich und planbar, vorausschauend und transparent formuliert sein muss, wollen wir folgende Schritte mittelfristig entwickeln:

 

Ziele für die Bauleitplanung sind:

Ökologische Festsetzungen: (Grasdächer, Hausausrichtung für Solardächer, attraktiver öffentlicher Raum durch Bauteppichgestaltung, verstärkte Nutzung regenerativer Energien)
Wohnqualität durch verträgliche Dichte (soziales Leben fördern)
Gestaltung des öffentlichen Raumes mit Aufenthaltsqualität
Bewahrung des Orts- und Landschaftsbildes
Qualitätsoffensive Städtebau und Hochbau:
Förderung der Qualität in Funktion und Gestaltung im Wohnungsbau durch Wettbewerbe, Planungsgutachten, Modellvorhaben. Hierzu wollen wir die jeversche Bauausstellung zur Diskussionsgrundlage für eine Qualitätsoffensive insbesondere auf der Grundlage der demografischen Entwicklung nutzen. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, den Diskurs über geeignete und bezahlbare Wohnmodelle zu führen. Unter der Kooperation von ortsansässigen und externen Architekten mit Investoren (Private,- Banken) und der lokalen Bauwirtschaft sollen idealtypische und zukunftsfähige Wohnmodelle für Jever entstehen, die generationsübergreifende sozialintegrale Funktionen bedienen

Förderung der Nachverdichtung (Bauen im Bestand)
Zur Stärkung der mittelzentralen Struktur fordern wir:

einen Flächennutzungsplan zur Feststellung des Flächenbedarfs der unterschiedlichen Nutzungsinteressen/ Nutzungsansprüche. Er dient der Wahl des richtigen Standortes für die Siedlungsentwicklung, der Sicherung der gesamten Infrastruktur.
ein Gewerbeentwicklungskonzept, in dem die Standortstärken Jevers koordiniert werden und ein verlässlicher Ausgleich zwischen ökologischen und ökonomischen Erfordernissen festgeschrieben wird (Gewerbearten, Gewerbegrößen gezielte Gewerbeansiedlungsvermarktung). Dieses Konzept muss in interkommunaler Abstimmung entwickelt werden, um sich gegenüber den Nachbargemeinden als verlässlicher Partner zu positionieren und damit die Region Friesland/Nord-West zu stärken.
ein Einzelhandelskonzept zur Unterstützung der vorhandenen der Grundversorgung dienenden Einzelhandelsstrukturen und zur Fortentwicklung eines attraktiven touristischen Einzelhandelsangebotes. Hierbei muss durch Akzentsetzung herausgearbeitet werden, wie der Innenstadtkern/ Fußgängerzone/n und Erscheinungsbild Jever sein historisches „Kleid" optimal in Szene setzen kann auf der Grundlage des bestehenden Gutachtens.
Sicherungsinstrumente zum Erhalt von Naturräumen durch: Entwicklung eines Grüngürtelkonzeptes und eines Naherholungskonzeptes (grüner Ring für Jever). Beide Konzepte dienen der Erhaltung klimaökologischer Ausgleichs- und Naturräume, was ein wesentlicher Standortfaktor für eine gezielte Ansiedlungspolitik für neue BürgerInnen ist.
Erhalt der Kreisstadt Jever
Konkrete Maßnahmen:

Konzeptentwicklung für die Nutzung der Großen Burgstraße. Rahmenbedingungen für das Konzept werden sein: historisch stadtbildprägende Gebäude erhalten; Erhalt und Ausbau der Parkflächen für den Einzelhandel; Wohn- und Einzelhandelsflächen gleichberechtigt einplanen.
Fortführung des bestehenden Baulückenkatasters.